Freitag, 27. November 2009

sky watch friday (20)







unterwegs im November © by Manuela Sigl

Donnerstag, 26. November 2009

heißer Zimtkakao



Es gehört in diese stille Zeit auch der eine oder andere Genuss. Es muss nicht immer aufwendig sein, sich nach der Arbeit eben mal kurz eine warme Tasse Zimtschokolade zu gönnen, dazu kann es eine Kugel Vanilleeis geben um das Geschmackserlebnis abzurunden. Gestern gab es bei mir den Ersten und weitere werden folgen.....
Düfte - ich liebe sie, einen guten aromatischen Tee trinken, ein gutes Buch oder ein Gedicht stimmen mich leise ein, zur Ruhe kommen - raus aus dem Alltag gehen, auch nachdenken, spüren und fühlen nach dem Sinn....
Sich wesentliche Fragen stellen, versuchen Antworten zu finden. Was stimmt in meinem Leben, was sollte verändert werden? Es kann sein das auch der blog dann mehr und mehr ruhen wird.

Mittwoch, 25. November 2009

Adventskalender - Laubsägearbeiten



Ein gebastelter Adventskalender mit Gedichten und Handarbeit(Laubsäge). Diesen hier stellte ich einmal für einen Handwerksmarkt vor ein paar Jahren her, ich habe ihn dann an Freunde verschenkt und auch auf dem Markt verkauft.

Der Dezember
(Erich Kästner)

Das Jahr ward alt. Hat dünne Haar.
Ist gar nicht sehr gesund.
Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
Kennt gar die letzte Stund.

Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.
Ruht beides unterm Schnee.
Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt.
Und Wehmut tut halt weh.

Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.
Nichts bleibt. Und nichts vergeht.
Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.
Nützt nichts, dass man's versteht.

Und wieder stapft der Nikolaus durch jeden Kindertraum.
Und wieder blüht in jedem Haus der goldengrüne Baum.
Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt, wie hold Christbäume blühn.
Hast nun den Weihnachtsmann gespielt und glaubst nicht mehr an ihn.

Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag.
Dann dröhnt das Erz und spricht:
"Das Jahr kennt seinen letzten Tag,
und du kennst deinen nicht."

Carl Larssons Bilder begleitend im Advent



Brita als Idun" ist eines der berühmtesten Werke Carl Larssons. Weil der schwedische Künstler mehrere illustrierte Bücher über sein Familienleben veröffentlichte, wurden er und seine Angehörigen weit über die Grenzen seiner skandinavischen Heimat bekannt.
Wer mehr über C. Larsson erfahren möchte, sollte die prächtig illustrierten Publikationen aus dem Verlag Langenwiesche lesen.

Oder wie ich es gern einbinde, dann meistens im Advent in stillen Momenten, auch mal in den eigenen Fotoalben die Mädchen anschauen und sich gern erinnern an all das Schöne an und zu Weihnachten.



The official homepage of the artist Carl Larsson Hier..



Dienstag, 24. November 2009

an oder zu Weihnachten



An? Zu? Geschenkt!

Von Bastian Sick

Beschenkt man sich zu oder an Weihnachten? Am 24. Dezember begehen wir nicht nur das Fest der Lichter und Geschenke, sondern auch das Fest der Sprachwichtel.
Ob man sich zu Weihnachten trifft oder an Weihnachten ist nicht eine Frage von richtig oder falsch, sondern von Nord oder Süd. In Norddeutschland ist die Präposition "zu" verbreitet, im Süden hingegen wird "an" favorisiert.

Irgendwo dazwischen gibt es auch Gegenden, in denen man sich auf Weihnachten sieht. Die deutsche Grammatik lässt oft mehr als eine Möglichkeit zu - dies gilt besonders an, auf oder zu Weihnachten, denn schließlich ist die Weihnachtszeit die Zeit der Versöhnung und Großherzigkeit. Es lohnt sich nicht, wegen einer kleinen Präposition einen Streit vom Zaun zu brechen. Der Standard empfiehlt daher, auf die Präposition ganz zu verzichten: Da trifft man sich Weihnachten und sieht sich Ostern wieder. Ganz ohne zu, an oder was-auch-immer.


Der Weihnachtsmann: Liebgewonnener Amerikanismus, hier im Basismodell mit einer RS
Es gibt aber noch mehr Fragen - zum Beispiel die, ob Weihnachten eigentlich ein Einzahl- oder Mehrzahlwort ist. Die Endung -en sieht doch verdächtig nach einem Plural aus. Und schließlich gibt es auch das endungslose Wort Weihnacht. Wieso wird "Weihnachten" dann aber wie ein Singular behandelt?

Müsste es statt "Kein Weihnachten ohne Geschenke" nicht "Keine Weihnachten ohne Geschenke" heißen? Nun, Weihnachten ist ein ziemlich altes Wort, ein sehr, sehr altes sogar, für das sich bereits im 12. Jahrhundert Belege finden lassen. Laut etymologischem Lexikon beruht das Wort "Weihnachten" auf einem alten Dativ Plural: ze den wîhen nahten hieß es im Mittelhochdeutschen, "in den heiligen Nächten". Damit waren ursprünglich die schon bei den Germanen gefeierten Mittwinternächte gemeint. Der Pluralgebrauch ging im Laufe der Jahrhunderte verloren, und im 18. Jahrhundert schließlich hatte sich der Singular durchgesetzt - weil die heiligen Nächte zusammen als ein Fest wahrgenommen wurden. Der alte umlautlose Dativ "nachten" indes blieb bestehen und wurde nicht zu "nächten".

In einigen Regionen des deutschsprachigen Südens tauchten zwar vereinzelt Formen wie "wîhnechten" oder "wîchennächten" auf*, doch tauchten sie früher oder später auch wieder unter. Weihnachten ist schließlich ein Fest der Traditionen, und Tradition fängt bei der Sprache an. Also blieb es beim mittelhochdeutschen "nachten", und zwar nicht nur nachts, sondern auch am Tage: der erste und zweite Weihnachtstag sind sprachlich gesehen eigentlich ein Paradoxon, denn wie kann es gleichzeitig Nacht und Tag sein? Nun, in nördlicheren Gefilden kann es das durchaus, da breiten sich die Winternächte fast über den gesamten Tag aus, und der Weihnachtsmann kommt ja bekanntlich aus dem hohen Norden. Oder etwa nicht?
Nun, vieles spricht dafür, dass er aus den Vereinigten Staaten kommt.

Tatsächlich gibt es den Weihnachtsmann in seiner jetzigen Gestalt als rauschebärtigen Mann mit rotem Mantel und Zipfelmütze, der in seinem Schlitten der A-Klasse mit mindestens acht RS (= Rentierstärken) durch die Gegend heizt, erst seit den 20er Jahren. So stellten sich die Amerikaner ihren Santa Claus vor.
Und seit 1931 trug der Coca-Cola-Konzern mit einer Werbekampagne maßgeblich zur Verbreitung dieses Weihnachtsmann-Bildes bei. In Deutschland kannte man bis dahin eigentlich nur den Nikolaus, so wie man ihn noch heute im "Struwwelpeter" sehen kann. Unsere heutige Vorstellung vom Weihnachtsmann ist somit ein Amerikanismus. Doch das ist noch nicht alles: Denn bevor der Weihnachtsmann ein Amerikaner wurde, war er ein Niederländer. Santa Claus geht zurück auf die Figur des Sinterklaas, der mit den Niederländern im 17. Jahrhundert an der amerikanischen Ostküste gelandet war.

Und Sinterklaas ist der niederländische Name für Sankt Nikolaus - also sind der Weihnachtsmann und der Nikolaus ein und dieselbe Person. Das mag verwirrend sein, denn wenn der Nikolaus bereits am 6. Dezember den Kindern Süßes und Geschenke in die Schuhe stopft, warum kommt er dann am Heiligabend als Weihnachtsmann noch mal?

Besser, wir stellen keine Fragen, sonst kommen am Ende noch die Agentur für Arbeit oder das Finanzamt und nehmen den alten Mann wegen unangemeldeter Nebentätigkeit hops. Und ohne Weihnachtsnikolaus wär's an und zu Weihnachten ganz schön traurig.
*Zum Beispiel in Ludwig Ganghofers "Kasermanndl". Da heißt es: "Schlag ein, Dirndl! Hundert Mark Lohn im Jahr, an Ostern ein neues Gwand, an Weihnächten ein richtigs Präsent und in der Zwischenzeit diemal ein bißl was nach meiner Z'friedenheit. Bist einverstanden?"